Gebäudewirtschaft

Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG)

Warum sich QNG für Wohnungswirtschaft, professionelle Eigentümer und Projektentwickler wirtschaftlich auszahlt.

„QNG – brauchen wir das jetzt wirklich für jedes Neubauprojekt?“ Wenn Sie in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft arbeiten, haben Sie diesen Satz sicher schon gehört oder selbst gedacht. Zwischen Förderrichtlinien, ESG-Anforderungen und steigenden Baukosten wird das Qualitätssiegel „Nachhaltiges Gebäude“ zum entscheidenden Hebel. In diesem Beitrag erfahren Sie konkret, was Sie zur QNG-Zertifizierung wissen müssen.

Nachhaltigkeit wird Pflichtprogramm – und QNG ist der Schlüssel dazu

Nachhaltigkeit ist längst mehr als ein Imagefaktor – sie entscheidet über Fördermittel, Vermarktungserfolg und Zukunftsfähigkeit von Gebäuden. Gerade in der Wohnungswirtschaft, bei institutionellen Bestandshaltern und in der Quartiersentwicklung rücken CO₂-Bilanzen, Lebenszykluskosten und ESG-Vorgaben immer stärker in den Fokus. 

Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) macht Nachhaltigkeit messbar und vergleichbar. Zudem ist es in vielen Programmen Voraussetzung für bessere Förderkonditionen. Wer hier den Überblick behält, verschafft sich daher einen klaren Vorteil.

Was ist das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG)?

Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ist ein staatliches Gütesiegel für Gebäude, die nachweislich nachhaltig geplant und gebaut wurden. Es wurde 2021 vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) eingeführt und fachlich vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hinterlegt. 

Ausgestellt wird das QNG durch vom Staat anerkannte Zertifizierungsstellen, die auf Basis definierter Kriterien prüfen, ob ein Gebäude ökologische, ökonomische und soziokulturelle Anforderungen erfüllt. 

Das QNG kann für Wohngebäude und bestimmte Nichtwohngebäude eingesetzt werden und ist eng mit aktuellen Förderprogrammen wie dem „Klimafreundlichen Neubau" der KfW verknüpft.

Für wen lohnt sich QNG besonders?

Grundsätzlich ist QNG für alle Bauherren relevant – vom Einfamilienhaus bis zum großvolumigen Neubau. Am meisten lohnt es sich jedoch dort, wo große Budgets und Portfolios im Spiel sind:

1. Wohnungsunternehmen und Genossenschaften  

QNG erhöht das Fördervolumen, unterstützt ESG-Strategien und verbessert Vermietbarkeit sowie Wertstabilität ganzer Bestände und Quartiere.

2. Professionelle Gebäudeeigentümer und Investoren  

Institutionelle Anleger, Fonds, Family-Offices und Bestandshalter können mit QNG die Nachhaltigkeitsqualität ihrer Neubauprojekte transparent machen und in Reporting- und Ratingprozesse einbinden.

3. Projektentwickler und Bauträger  

In Projektentwicklungen und Quartiersprojekten entscheidet QNG mit darüber, welche Förderkonditionen erreichbar sind und wie attraktiv das Produkt für Banken, Kapitalgeber und Käufer ist.

4. Hausverwaltungen als Mitentscheider

Klassische Hausverwaltungen bauen selten selbst. Sobald sie jedoch Neubau- oder tiefgreifende Sanierungsprojekte ihrer Eigentümer begleiten, beeinflussen sie, ob QNG von Anfang an mitgedacht wird – und ob Förderpotenziale im sechs- oder siebenstelligen Bereich wirklich genutzt werden.

Welche Anforderungen stellt das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude?

Das QNG bewertet Gebäude ganzheitlich: Nicht nur der Energieverbrauch zählt, sondern auch ökologische und soziale Faktoren über den gesamten Lebenszyklus. Wer das Siegel erhalten will, muss vier Bewertungsbereiche erfüllen:

  1. Ökologische Qualität – etwa die Begrenzung der CO₂-Emissionen über 50 Jahre, Ressourcenschonung und Einsatz umweltfreundlicher Baustoffe.
  2. Ökonomische Qualität – vor allem niedrige Lebenszykluskosten und Werthaltigkeit des Gebäudes.
  3. Soziokulturelle Qualität – gesundes Raumklima, Barrierefreiheit, Nutzerkomfort.
  4. Prozessqualität – saubere Planungs-, Bau- und Dokumentationsprozesse nach festgelegten Standards.

Je nach Ambitionsniveau gibt es zwei Varianten:

  • QNG-PLUS ist die Basisklasse und deckt die zentralen Mindestanforderungen an Nachhaltigkeit ab.
  • QNG-PREMIUM geht darüber hinaus – hier sind die Anforderungen strenger, z. B. beim CO₂-Ausstoß oder bei den eingesetzten Materialien. Wer dieses Siegel erhält, hebt sich deutlich vom Marktstandard ab.

Für viele Vorhaben in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft gilt: Wer Fördermittel nutzen will, braucht mindestens QNG-PLUS. Wo Portfolios gegenüber Investoren oder in der Berichterstattung hervorstechen sollen, kann QNG-PREMIUM ein strategischer Baustein sein.

Wie läuft die QNG-Zertifizierung ab?

Damit ein Gebäude das QNG-Siegel bekommt, braucht’s mehr als gute Absichten: Der gesamte Prozess ist geregelt und muss von Anfang an professionell begleitet werden.

1. Frühe Zieldefinition  

Bereits in der Konzept- und Entwurfsphase wird festgelegt, ob QNG-PLUS oder QNG-PREMIUM angestrebt wird und welche Förderprogramme (z. B. KfW „Klimafreundlicher Neubau" mit QNG) genutzt werden sollen.

2. Einbindung von Nachhaltigkeitsexperten

Ein Nachhaltigkeitsberater bzw. Auditor (z. B. auf Basis von DGNB oder BNK) wird früh eingebunden, um Planung, Materialien und technische Konzepte auf QNG-Anforderungen auszurichten.

3. Registrierung im Bewertungssystem

Das Projekt wird bei einem anerkannten Bewertungssystem wie der DGNB (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen) oder dem BNK-System erfasst.

4. Nachweisführung und Begleitung

Alle relevanten Dokumente (Materialdaten, Berechnungen, Nachweise) werden gesammelt. Der Auditor prüft diese Unterlagen, begleitet Planung und Bau und führt bei Bedarf Begehungen durch.

5. Siegelvergabe

Nach positiver Prüfung wird das QNG-Siegel vom Zertifizierer ausgestellt – in der Regel nach Fertigstellung des Gebäudes.

Je nach Projektgröße und Komplexität dauert der Prozess mehrere Wochen bis Monate. Die Kosten liegen je nach Umfang typischerweise im mittleren vier- bis niedrigen fünfstelligen Bereich. Ein Teil der Planungs- und Beratungskosten kann im Rahmen von Förderprogrammen anerkannt und mitfinanziert werden.

QNG Förderung: Wie viel Geld steht im Raum?

Der wirtschaftliche Hebel von QNG zeigt sich besonders deutlich in der Neubauförderung. Ein zentrales Programm ist hier der „Klimafreundliche Neubau – Wohngebäude" (KfW 297/298), das mit und ohne QNG genutzt werden kann.

Ohne QNG

Förderkredit von bis zu 100.000 € pro Wohneinheit für klimafreundliche Neubauten, die bestimmte energetische Anforderungen erfüllen.

Mit QNG

Förderkredit von bis zu 150.000 € pro Wohneinheit im Programm „Klimafreundlicher Neubau – mit QNG". Zusätzlich können attraktivere Zinssätze und bessere Konditionen möglich sein.

Beispielrechnung

Für ein Mehrfamilienhaus mit 20 Wohneinheiten bedeutet das:

  • 20 × 50.000 € = 1.000.000 € zusätzlicher Förderkreditrahmen durch QNG,
  • über die Laufzeit kann der Zinsvorteil im sechsstelligen Bereich liegen – abhängig von Konditionen und Laufzeit.

Auch im Bestand, etwa bei Effizienzhaus-Sanierungen mit Nachhaltigkeitsklasse (NH), kann QNG dazu beitragen, höhere Förderstufen zu erreichen. Steuerliche Effekte oder Sonderabschreibungen können zeitweise hinzukommen, sollten aber immer aktuell mit Steuerberatung und Förderexpert:innen geprüft werden.

Wichtig ist: Auch ohne QNG gibt es Förderungen – sie fallen aber häufig geringer aus oder sind an andere Bedingungen geknüpft. Wer größere Neubau- oder Quartiersprojekte plant, verschenkt ohne QNG in vielen Fällen bares Geld.

Warum sich das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude auch wirtschaftlich lohnt

QNG ist kein Öko-Siegel für die Galerie, sondern ein klarer Wirtschaftsfaktor. Wer das Zertifikat nutzt, profitiert auf mehreren Ebenen:

  • Besseren Zugang zu Fördermitteln und Finanzierung
    Höhere Kreditobergrenzen, attraktivere Zinssätze und eine bessere Position im Gespräch mit Banken, Förderinstituten und Investoren.
  • Wertsteigerung der Immobilie
    Nachhaltig zertifizierte Gebäude sind besser vermietbar, erzielen höhere Verkaufspreise und sichern langfristig die Investition ab.
  • Betriebskosteneinsparungen
    Bessere Bauqualität, hohe Energieeffizienz, geringerer Wartungsaufwand – QNG-Gebäude rechnen sich auch im laufenden Betrieb.
  • Portfoliosicht und ESG
    Für Bestandshalter mit vielen Einheiten wird QNG zum Werkzeug, um Neubauten systematisch an Klimazielen und ESG-Vorgaben auszurichten und regulatorische Risiken früh zu adressieren.

Kurz gesagt: QNG ist längst kein „nice to have“ mehr, sondern ein Renditehebel. Wer wirtschaftlich denkt, plant mit Siegel.

Nachhaltig bauen, wirtschaftlich denken – mit QNG und Subnova

Wer heute auf das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude setzt, investiert nicht nur in Klimaschutz, sondern auch in Wertstabilität, Förderfähigkeit und Zukunftssicherheit. Die Anforderungen sind machbar – wenn man sie frühzeitig berücksichtigt und die richtigen Partner an der Seite hat.

Wir begleiten Wohnungsunternehmen, professionelle Eigentümer und Projektentwickler von der Auswahl der passenden Förderprogramme über die QNG-Zertifizierung bis hin zur Umsetzung. Klar strukturiert, effizient und verständlich.

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FAQ

Ist das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude verpflichtend für Neubauten?

Nein, QNG ist rechtlich nicht für jeden Neubau verpflichtend. Es ist aber in wichtigen Förderprogrammen – etwa beim „Klimafreundlichen Neubau" der KfW – die Voraussetzung für höhere Kreditbeträge und bessere Konditionen.

Was bringt eine QNG Zertifizierung wirtschaftlich?

Mit QNG können je nach Programm höhere Förderkredite (z. B. bis zu 150.000 € pro Wohneinheit) und attraktivere Zinskonditionen erreicht werden. Zusätzlich verbessert QNG die Vermarktung, unterstützt ESG-Strategien und kann Betriebs- und Instandhaltungskosten langfristig reduzieren.

Was kostet eine QNG-Zertifizierung?

Je nach Projektgröße und Aufwand zwischen ca. 3.000 € und 10.000 €. Ein Teil davon kann förderfähig sein.

Wer darf QNG-Zertifizierungen durchführen?

Nur akkreditierte Zertifizierungsstellen, z. B. über DGNB oder das BNK-System.

Was ist der Unterschied zwischen QNG-PLUS und QNG-PREMIUM?

QNG-PLUS erfüllt die Mindestanforderungen, QNG-PREMIUM bescheinigt eine überdurchschnittliche Nachhaltigkeitsqualität.

Für wen lohnt sich QNG besonders – auch jenseits von Einfamilienhäusern?

Besonders profitieren Wohnungsunternehmen, Genossenschaften, institutionelle Investoren, Projektentwickler und Eigentümer großer Portfolios oder Quartiere. Hier können höhere Fördervolumina, bessere Finanzierungskonditionen und ein messbarer Beitrag zur ESG- und Klimastrategie erzielt werden.

Spielt QNG auch im Bestand und bei Sanierungen eine Rolle?

Ja. Bei Effizienzhaus-Sanierungen mit Nachhaltigkeitsklasse (NH) kann QNG dazu beitragen, höhere Förderstufen zu erreichen. Gerade bei größeren Beständen oder umfassenden Quartiersanierungen lohnt sich ein genauer Blick auf die Kombination aus Sanierungsförderung und QNG-Anforderungen.

Wie früh sollte das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude im Projekt berücksichtigt werden?

QNG sollte bereits in der frühen Konzept- und Entwurfsphase eingeplant werden. Wer das Siegel erst kurz vor Fertigstellung „draufsetzen" will, riskiert Mehrkosten, Umplanungen oder das Verfehlen von Fördervoraussetzungen.

23.02.2026
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